Ich kandidiere für den Deutschen Bundestag

Im Herbst 2021 wählen wir einen neuen Bundestag und ich stelle mich der Wahl. Am kommenden Donnerstag bewerbe ich mich um ein Votum von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Halle (Saale), um im September für einen Platz auf der Landesliste von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt zu kandidieren. Ich habe richtig Lust für Gerechtigkeitsthemen und eine offene Gesellschaft Politik im Bundestag zu machen und meine Erfahrung aus gut fünf Jahren Kommunalpolitik im Stadtrat einzubringen. Ich hoffe Eure Unterstützung und Euren Input.

Im Folgenden könnt Ihr den Text meiner Bewerbung um das Votum meines Stadtverbandes zu meiner Kandidatur einsehen.


Liebe Freundinnen und Freunde,

vor über 20 Jahren habe ich das erste Mal einen Sportplatz betreten. Beim Bambinifußball fing ich an und landete später beim Mehrkampf in der Leichtathletik, schlussendlich hat es mich aber in den Sport mit dem Ball und dem Korb getrieben. Der Sport mag für viele Menschen eine bloße Freizeitbeschäftigung sein, für mich ist er einer der vielbeschworenen Spiegel der Gesellschaft. Hier habe ich Teamarbeit und Teamgeist gelernt, hier habe ich Fairness und Toleranz erlebt. Ich hatte Menschen als Trainer*innen, die noch nach ihren Schichten und Bürozeiten noch anstrengenden und pubertierenden Kindern den Umgang mit dem Ball beigebracht und dafür viel geopfert haben. Heute weiß ich, wie viel uns der Sport gibt und die Menschen darin zusammenhält, aber auch, wie Rassismus und Diskriminierung durch schlechte Menschen diesen Sport besudeln können. Und ich habe gelernt, dass Spaltung weder ein Basketball-Team, noch unsere Gesellschaft voranbringt. Für die politische Arbeit könnten wir gemeinsam bedeutsame Werte und Ideen aus dem Sport mitnehmen.


Gerechtigkeit ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.

Seitdem ich bei den Bündnisgrünen bin, erlebe ich, dass wir uns in einem stetigen Kampf um eine gerechtere Welt und ein gerechteres Land befinden. Tatsächlich war der grüne Gerechtigkeitsansatz einer der wichtigsten Gründe, um vor fast zehn Jahren Mitglied in genau dieser Partei zu werden. Wir Bündnisgrünen wollen eine Gesellschaft, die sich gegen Egoismus und Abwertung von Menschen wehrt und ihr politisches Denken immer vom „schwächsten“ Teil der Kette herleitet und im Sinne der kommenden Generationen denken und organisieren will. Die Liste der Projekte, um das zu erreichen, ist verdammt lang: Wir brauchen eine Reform hin zu einer menschenwürdigen Grundsicherung, die die Teilhabe der Eltern und auch deren Kinder ermöglicht. Die Mitgliedschaft im Sportverein, ein Besuch im Freibad oder eine Fahrt mit der Straßenbahn dürfen auch für Menschen ohne Job und deren Familien kein Luxus sein. Insbesondere um in Phasen der Erwerbslosigkeit der Eltern nicht die unbeteiligten Kinder zu bestrafen, brauchen wir eine Grundsicherung die ihnen einen unbelasteten Start ins Leben ermöglicht und eben nicht das Etikett als „Armutsrisiko“ aufdrückt. Wir können und müssen uns als Gesellschaft in diesem reichen Land wie der Bundesrepublik Deutschland diese Hilfen und Unterstützungsangebote leisten. Wir dürfen junge wie auch alte Menschen in Notlagen nicht alleine lassen! Dies gilt auch für Alleinerziehende, die eine hohe Last tragen und für deren Unterstützung wir kraftvolle Lösungen brauchen. Und ganz besonders dringend brauchen wir einen existenzsichernden Mindestlohn und eine stärkere Tarifbindung, der arbeitende Menschen mit geringem Lohn nicht auch noch mit kleinsten Renten bestraft und zum Aufstocken zwingt.

Als Stadtrat in Halle, einer Stadt, in der beispielsweise jedes dritte Kind in einem Haushalt im Hartz-IV-Bezug lebt, bin ich in den vergangenen Jahren immer wieder auf teils dramatische Zustände gestoßen und bin mir daher sicher: Eine sozialpolitische Perspektive für die Stadt im 21. Jahrhundert, wie eben für Halle an der Saale, läuft in der Politik der Bundesregierung leider unter dem Radar. Das müssen wir Grünen ändern, wenn wir bspw. erhebliche Teile unserer Stadtgesellschaft nicht in die Spirale hin zu massiver Altersarmut rutschen lassen wollen. Die in Artikel 1 unseres Grundgesetzes verbriefte Menschenwürde wird gerade auch in der Sozialpolitik verteidigt!

Wer nur von Chancen redet, der lässt sie leicht vorbeiziehen.

Die Corona-Krise hat uns alle belastet und alle staatlichen Ebenen unter enormen Handlungsdruck gesetzt. Aber sie birgt auch Chancen, uns an vielen Stellen zu verbessern, so zum Beispiel bei der Digitalisierung im Bildungssystem. Man kann allerdings nicht nach einem online-gestützten Schulunterricht in Stadt und Land rufen, wenn dem Kind in der Stadt der Computer und dem Kind auf dem Land die leistungsfähige Internetverbindung fehlt. Unser deutsches Gesundheitssystem hat den bisherigen Verlauf der Pandemie bisher robust abgefedert und gut überstanden. Aber es ist bigott, jetzt die Pfleger*innen in den verschiedensten Einrichtungen mit Schokolade und vielen netten Worten zu loben, morgen aber wieder die Forderung nach einem fairen Lohn und angemessenen Arbeitsbedingungen zu überhören. Und es ist nicht zu ertragen, wenn Entscheidungsträger*innen in einer Ausnahmezeit wie in den vergangenen Monaten die kreativen Ideen der Ehrenamtler*innen loben, aber nach wie vor staatliche Aufgaben in die kostenarme Ehrenamtlichkeit der Tafeln oder freiwilligen Betreuer*innen auslagern.

In über fünf Jahren als grüner Stadtrat habe ich immer wieder die Phrase vernommen, dass man ja vor Ort in der Kommunalpolitik nicht viel machen könne, „weil vieles nun mal in Berlin vorgegeben wird“. Damit will ich mich nicht mehr zufriedengeben.
Mich verärgert es, wie weit die Spreizung von Reden und Handeln in der Bundespolitik voranschreitet. Niemand kann erwarten, dass Menschen Jubelschreie gen Bundestag und -regierung ausstoßen, wenn die Versprechen von heute die Versäumnisse von morgen werden. Nach dem Zuhören muss einfach mehr Handeln folgen. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.

Deshalb möchte ich für Euch, liebe Hallenser Grünen, und die vielen und vielfältigen Menschen in diesem Wahlkreis mit dieser schönen Stadt Halle, mit Petersberg, Landsberg und Kabelsketal in den Deutschen Bundestag und auf Platz Zwei der Landesliste einziehen. Ich hoffe auf Eure Anregungen, Eure konstruktive Kritik, Euren Input, Eure Unterstützung vor und auch nach der Wahl und schlussendlich auch auf Euer Votum auf unserer Mitgliederversammlung für dieses Unterfangen.


Euer

Dennis Helmich

Zu meiner Person:

28 Jahre, seit 2015 im Stadtrat Halle (Saale) als stellv. Fraktionsvorsitzender in unserer neunköpfigen Fraktion, vorher: Landessprecher Grüne Jugend und Mitglied im Landesvorstand der Grünen

Stellvertretender Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Sportpolitik von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Studium Politikwissenschaften und Soziologie an der MLU

Seit 2016 Mitarbeiter von Wolfgang Aldag MdL im Regionalbüro Halle

Freizeitsportler und Gebärdensprache-Anfänger

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